2. Oktober 2026 | Søren Kierkegaard | Mannheim
Der Schwindel der Freiheit
Was, wenn plötzlich mehr als ein Leben möglich scheint? Und ich mich dennoch festlegen muss?
Für Søren Kierkegaard ist Freiheit nicht nur ein Versprechen. Wo sich Möglichkeiten öffnen, entsteht zugleich Unsicherheit: Ich kann wählen – aber niemand kann mir die Entscheidung abnehmen. In dieser Erfahrung liegt für Kierkegaard eine besondere Form der Angst.
Er nennt sie den Schwindel der Freiheit. Nicht weil Freiheit an sich bedrohlich wäre, sondern weil wir in ihr erfahren, dass wir nicht vollständig festgelegt sind. Wir können uns entscheiden, anders handeln, einen Weg einschlagen – und müssen doch wählen, ohne vorher wissen zu können, wohin unsere Entscheidung führen wird.
Was bedeutet es, unter diesen Bedingungen eine Entscheidung zu treffen? Wie viel Ungewissheit müssen wir aushalten, um frei zu sein? Und was geschieht, wenn aus einer Möglichkeit tatsächlich mein Leben wird?
In dieser Philosophischen Werkstatt beschäftigen wir uns mit Kierkegaards Verständnis von Angst, Möglichkeit und Entscheidung und fragen danach, warum Freiheit für ihn nicht nur Befreiung, sondern eine persönliche Aufgabe ist.
Ein Einstieg ist jederzeit möglich.
Denkbewegungen
- Angst als „Schwindel der Freiheit“
- Was unterscheidet Angst vor einer konkreten Gefahr von der Angst angesichts eigener Möglichkeiten?
- Entscheiden ohne Gewissheit: Können wir wissen, ob wir den richtigen Weg wählen?
- Was bedeutet es, eine Möglichkeit zu ergreifen und andere ungelebte Möglichkeiten zurückzulassen?
Die Veranstaltung ist offen für alle Interessierten. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Entscheidend ist die Bereitschaft, Fragen auszuhalten und Perspektiven nebeneinander bestehen zu lassen.
Veranstaltungsdetails
- Termin: Freitag, 02.10.2026 | 18:00 – 19:30 Uhr
- Ort: Philosophische Praxis | G7 22 | 68159 Mannheim
- Leitung und Moderation: Sofia Disson
- Teilnehmerzahl: max. 10 Personen
- Beitrag: 21€ | Zahlung auf Rechnung | Anmeldung erforderlich
- Hinweis: Die Veranstaltung ist Teil der Reihe Philosophische Werkstatt 2026


